Wissenswertes aus der Tierarztpraxis Dr. med. vet. Sandra Lohninger
Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Themen aus dem Praxisalltag.
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Summertime......
Nicht nur für den menschlichen Organismus sind die aktuell anhaltend heißen Temperaturen über 30 Grad anstrengend, auch unseren Haustieren macht die Hitze zu schaffen.
Ich habe für Sie einige Tipps zusammengestellt, die Sie beachten sollten, damit Sie mit Ihren Tieren gut durch den Sommer kommen.
Hunde
Hunde haben im Gegensatz zu Menschen nur Schweißdrüsen an den Pfotenballen. Daher kühlt sich der Hund durch Hecheln. Durch das Hecheln verliert der Hund keine Elektrolyte, aber viel Flüssigkeit.
Man kann nicht oft genug darauf hinweisen: Ihr Hund braucht jetzt immer genügend frisches Wasser zur Verfügung! Füllen Sie den Napf mehrmals täglich mit frischem Wasser und lassen Sie das Wasser nicht in der Sonne abstehen, hier könnten sich schnell Keime vermehren.
Bei Hunden, die nur wenig oder schlecht trinken, probieren Sie diesen Trick: Joghurtwasser (Naturjoghurt verwässern) oder Wasser mit einem Tropfen Milch wird von vielen Hunden gerne getrunken (sofern natürlich keine Lactoseunverträglichkeit besteht).
Verlegen Sie körperliche Aktivitäten auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden, vermeiden Sie lange Spaziergänge in der Mittagszeit. Überfordern Sie Ihren Hund nicht, gerade ältere oder kranke Tiere sollten nicht gehetzt oder zu viel bewegt werden.
Vergessen Sie auch nicht, dass die Straßen- und Gehwegbeläge empfindlich heiß werden können. Unsere Füße sind durch Schuhsohlen davor geschützt, die Hundeballen werden auf dem heißen Boden schnell trocken und spröde, können reißen und sich sogar schälen. Das Gassi-Gehen könnte daher schmerzhaft werden.
Meiden Sie deshalb in der Mittagshitze betonierte Wege und wechseln Sie möglichst auf erdigen Boden oder Wiesen. Kontrollieren Sie die Ballen Ihres Vierbeiners regelmäßig auf Risse, Austrocknung und Teer zwischen den Ballen.
Die Futterration für Ihren Hund sollten Sie seiner körperlichen Aktivität anpassen. Dosenfutter, das bei warmem Wetter länger draußen steht, verdirbt rasch und kann Fliegen anziehen. Trockenfutter kann bei diesen Temperaturen eine gute Alternative sein.
Erleichterung kann bei manchen Rassen auch eine neue Frisur schaffen. Doch nicht alle Hunde sollten geschoren werden, da das Fell eine wichtige Funktion bei der Hitzeregulation hat. Lassen Sie sich von einem(r) Fachmann/frau beraten.
Vorsicht vor Sonnenbrandgefahr ist bei frisch geschorenen, hautempfindlichen und hellhäutigen Hunden geboten. Hier empfiehlt sich, Schnauze, Ohren und andere freiliegende Körperstellen mit einer Kindersonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen.
Viele Hunde lieben Wasser! Bereits ein kleines Kinderplanschbecken im Garten kann viel Spaß und Abkühlung bringen. An einem See oder nahegelegenen Bach kann Ihr Hund nach Lust und Laune baden und schwimmen. Achten Sie auf flache Böschungen, das erleichtert den Ein- und Ausstieg! Viele Gewässer haben gegen Ende des Sommers eine erhöhte Keimbelastung. Die Keime erzeugen diesen typischen Geruch, den viele Hunde im Sommer haben. Oft führt das zu den gefürchteten Sommerekzemen. Duschen Sie Ihren Hund daher am Abend immer mit klarem Wasser ab, um die Keimbelastung der Haut zu reduzieren. Abhilfe schaffen auch spezielle Shampoos, die Sie in meiner Ordination beziehen können.
Wasserscheue Exemplare bitte auch an heißen Tagen zu nichts zwingen!
Hund im Auto
Hunde gehören im Sommer nicht ins geparkte Auto! Die größte Gefahr besteht bei in der Sonne geparkten Autos mit geschlossenen Fenstern. Es reichen schon wenige Minuten aus, um den Hund in praller Sonne in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen.
Schon ab 20 Grad Außentemperatur kann sich das Autoinnere schnell auf über 50 Grad aufheizen! Leider sterben jeden Sommer viele Hunde qualvoll im Auto durch einen Hitzschlag. Lassen Sie es nicht so weit kommen! Auch ein Fenster, das nur einen Spalt breit geöffnet ist, reicht nicht zur Kühlung aus.
Sollten Sie einen Hund in einer Notsituation im Auto beobachten, zögern Sie nicht, die Polizei anzurufen, falls Sie die Besitzer nicht schnell genug ausfindig machen können!
Erste Anzeichen eines Hitzschlags sind: Unruhe, Taumeln, Erschöpfung, Krämpfe. Ab 40 Grad Celsius Körpertemperatur treten Kreislaufbeschwerden auf. Lebenswichtige Organe werden weniger mit Blut versorgt. Das führt zum Schock.
Sollten Sie ein Tier in dieser Situation vorfinden, beginnen Sie mit langsamer Abkühlung. Zuerst die Beine, dann den Bauch, anschließend Brust und Kopfbereich.
Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und gehört SOFORT in tierärztliche Behandlung! Rufen Sie so schnell wie möglich in der Praxis an oder den am nächsten gelegenen Kollegen!! Vermeiden Sie lange Strecken!!!
Katzen
Katzen suchen jetzt den Schatten und sollten die Möglichkeit haben, sich an einen geeigneten Ort zurückziehen zu können. Stellen Sie genügend frisches Trinkwasser bereit oder mischen Sie dem Feuchtfutter etwas Wasser bei, wenn Ihr Tier schlecht trinken sollte. Futterreste sollten regelmäßig entfernt werden, da bei diesen Temperaturen das Feuchtfutter rasch verderben kann. Auch bei Katzen mit dichtem, langem Fell (vor allem vielen Rassekatzen) kann ein sommerlicher Haarschnitt jetzt Abhilfe schaffen!
Kaninchen, Meerschweinchen & Co
Sie vertragen die Hitze nur mäßig und brauchen im Freigehege viel Schatten und frisches Wasser. Es reicht nicht, ein Schlafhäuschen mit in den Auslauf zu stellen, da sich dieses in der Sonne nur aufheizt. Die kleinen Tiere können schnell einen Hitzschlag erleiden, wenn sie zu lange praller Sonne ausgesetzt sind.
Kontrollieren Sie besonders jetzt auch regelmäßig das Fell und die Afterregion Ihrer Tiere auf Kotreste und Fliegenmaden. Denn Fliegen legen in zotteligem Fell gerne Eier ab und schon nach wenigen Stunden können Maden schlüpfen und dem Tier Schaden zufügen. Futterreste sollten regelmäßig entfernt werden, damit sie in der Sonne nicht verderben und keine Fliegen anlocken, lieber öfter kleine frische Mahlzeiten füttern.
Vögel
Sie brauchen ebenfalls Schatten, decken Sie den Käfig / die Volieren bei Außenhaltung mit einem leichtem Tuch oder Ähnlichem ab. Vögel freuen sich auch über eine leichte Dusche mit einer Sprühflasche oder mit der feinen Düse des Gartenschlauchs. Auch Badehäuschen mit frischem Wasser sind bei vielen Vögeln sehr beliebt. Stellen Sie stets frisches Trinkwasser für Ihre gefiederten Freunde bereit.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Sommer! -
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Wichtige Links
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Verhalten im Notfall
Hatte Ihr Tier einen Unfall oder benötigt es aufgrund einer akuten Erkrankung außerhalb der Ordinationszeiten tierärztliche Hilfe?
Wichtige Hinweise bei Verdacht auf Vergiftung
Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Tier durch Pflanzen oder andere Substanzen vergiftet wurde, informieren Sie sich bitte zunächst unter www.canikur.de, um zu prüfen, ob die Substanz tatsächlich gefährlich ist.
Melden Sie Ihren Notfall in jedem Fall vorab telefonisch unter 0660 71 70 450 an!
Bitte beachten Sie, dass wir keine 24-Stunden-Klinik sind und daher außerhalb unserer Öffnungszeiten nUr eingeschränkt erreichbar sind. In lebensbedrohlichen Situationen oder dringenden Notfällen wenden Sie sich bitte an die nächstgelegene klinik:
EINIGE TIPPS FÜR DEN NOTFALL
- Bleiben Sie ruhig – Ihre Nervosität überträgt sich sofort auf Ihr Tier.
- Achten Sie auf freie Atemwege: Entfernen Sie vorsichtig Fremdkörper wie Knochen oder Schleim und ziehen Sie die Zunge aus dem Maul.
- Sollte Ihr Tier nicht atmen, führen Sie eine Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung durch, wie Sie es in einem Erste-Hilfe-Kurs gelernt haben.
- Decken Sie verletzte oder vorgefallene Körperteile mit einem sauberen Tuch ab. Solche Tücher finden Sie in Ihrem Autoverbandskasten.
- Denken Sie daran, dass Tiere bei starken Schmerzen auch ihren Besitzer verletzen können – bleiben Sie vorsichtig!
- Fahren Sie nicht überhastet – Sie gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmer.